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[iIa] Unbekannte und bekannte Laufbodenkameras
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29.09.17 11:06
Sammelott 

BZF-Master

29.09.17 11:06
Sammelott 

BZF-Master

[ iIa ] Unbekannte und bekannte Laufbodenkameras

Admin: Über die Zeit hat es zu den hier vorgestellten Kameras wechselnde Erkenntnisse gegeben. Deshalb ist es nicht ganz einfach, diesen Thread zu moderieren oder anzupassen.

Hallo im Forum,
das hier abgebildete Model hat einen Holzkorpus , eine darin eingestanzte Nummer "838" und im Laufboden vorne eine Gravur "PU",
auf Foto Nr.4 recht gut zu erkennen.
Die Kamera hat keine sichtbaren Gebrauchsspuren wenn man mal vom Ledergriff, an dem die Farbe etwas abgewetzt ist, absieht.

Admin: Modell 68/1:














Daten :

Admin: Modell 68/1:
Hersteller : ?
Verschluss : VARIO-1/25-1/50-1/100-B und T
Objektiv : Spezial - APLANAT 1:8 - F= 13,5 cm
Blendenbereich : 8-11-16-23-32-45
Filmformat : 9x12 für Planfilmkasette

Gruß-OTTI

Datei-Anhänge
DSC09975.JPG DSC09975.JPG (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 420 kB

DSC09976.JPG DSC09976.JPG (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 442 kB

DSC09977.JPG DSC09977.JPG (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 331 kB

DSC09978.JPG DSC09978.JPG (13x)

Mime-Type: image/jpeg, 246 kB

DSC09979.JPG DSC09979.JPG (11x)

Mime-Type: image/jpeg, 290 kB

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Mime-Type: image/jpeg, 395 kB

DSC09981.JPG DSC09981.JPG (10x)

Mime-Type: image/jpeg, 429 kB


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28.10.17 01:38
Laufboden 

BZF-Master

28.10.17 01:38
Laufboden 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo Sammelott,

bin eben auf diesen Beitrag gestoßen, ein seltenes "Schätzchen".
Natürlich bin ich meine Sammlung durchgegangen.
Dabei bin ich auf meine zweite Sammelkamera gestoßen. Die sieht bis auf eine deutlich bessere Ausstattung gleich aus.
Meine hat ein versteckt numeriertes frühes Eurynar 1:6.8/135 (ca. 1911, noch Doppel-Gauß, nicht Dialyt - noch nicht separabel, sieht fast wie neu aus) in einem sehr frühen Compound (7 o'clock!) und einen Rahmensucher.
Das scheint nicht ganz zu einer Kamera zu passen, die erst nach 1920 gebaut sein kann.
Leider fehlt ihr der Original-Lichtschacht, der bei Deiner dabei ist.

Mein Verdacht war, daß es sich um eine Kamera von Beier handelt.
Anbei ein Auszug meiner Korrespondenz mit Herrn Knorre, DER Beier-Spezialist:

> On 18.03.2012 16:20, Thomas Knorre wrote:
..
>>> Habe eine völlig unbezeichnete, perfekt erhaltene Kamera, die mir bis auf das Objektiv und die Schließe der Mattscheibenklappe genauso aussieht wie die Edith (mit Rodenstock Eurynar 135mm und Compound-Verschluß, beides nach Nummern aus der Zeit kurz vor 1910).
>>>
>>> Höhe Gehäuse (ohne Trageriemen) 15,6 cm
>>> Es ist keine Spur einer ehemals vorhandenen Signatur vorhanden, keine Lederprägung (das Leder ist perfekt erhalten).
>>> Auf welche Details wäre ggf. zu achten, um sie zuschreiben zu können?
..
>>
>> Bitte senden sie mal einige aussagefähige Fotos, dann kann ich ihnen eventuell weiterhelfen. Wenn die Kamera aus der Zeit um 1910 ist, kann sie allerdings keine Edith von Beier sein.
>> Woldemar Beier fing erst 1923 an Kameras zu bauen.
>> MfG Thomas Knorre
>>
> Hallo Herr Knorre,
>
> Anbei sende ich die Fotos der oben genannten Kamera ..(und einer zweiten).
> Die Bilder sind nicht perfekt, aber ich meine, daß sie genügend zeigen (Ich sollte mir eine bessere Umgebung für solche Zwecke bauen, z.B. ein Lichtzelt).
> Objektiv- und Verschlußnummern sprechen nicht gegen eine Kameraproduktion in den Zwanzigerjahren.
> Nach einigen Berichten haben nicht nur Photo Porst und diverse Werkstätten, sondern auch große Kamerahersteller in dieser Zeit angeboten, vorhandene Verschlüsse und Objektive in neue Kameras zu montieren, sodaß eine zuverlässige Datierung von Kameras anhand von Objektivnummern und Verschlüssen nicht möglich sei.
> Zum anderen haben manche Hersteller vor WK I so viele Verschlüsse und Objektive produziert, daß sie diese teils bis in die 1920er-Jahre als fabrikneu ausgeliefert haben
> ("just in time" war damals offenbar noch nicht bekannt, aber auch nach WK II hat z.B. Agfa ein paar Jahre lang Lagerbestände aus der Vorkriegszeit aufgebraucht).
>
> Ich würde mich freuen, wenn Sie Hinweise auf den Hersteller einer der Kameras geben können.
..
> Hallo,
Kamera 1 ist sicher eine Edith, allerdings gab es in Freital einen zweiten Kamerabauer (ERKOS) der fast identische Kameras gebaut hat. gegen die Edith spricht eigentlich nur die Rückwand und der Verschluss. Allerdings beim Verschluss bin ich mir nicht so sicher!
Die Rückwand entspricht nicht der Edith, sondern eher einer Lotte von Beier?!? Oder wie gesagt, es könnte auch eine Erkos sein. Beier und Erkos haben den gleichen Kameratischler für die Gehäuse gehabt. Da auch andere Zulieferer für beide Firmen tätig waren, entstanden teilweise fast identische Kameras. Über Erkos Freital ist auch kaum etwas bekannt, daher ist die Identifizierung solcher Kameras sehr schwierig. Meines Erachtens nach handelt es sich allerdings sicher um eine Freitaler Kamera.

bei der 2. Kamera bin ich noch am Grübeln. Sie könnte von C.P.Goerz aus Berlin stammen, allerdings sprechen einige Details auch dagegen. Die Objektivplatine sieht gar nicht"deutsch" aus. eventuell ist es auch etwas ausländisches.
Sollte mir eine solche Kamera über den Weg laufen (in Büchern oder Katalogen) dann melde ich mich noch einmal.
MfG Thomas Knorre


Und damit ist die Frage nach Deiner Kamera auch bestmöglich beantwortet.
Inzwischen habe ich auch eine Rodenstock-Kamera, die von Beier gebaut wurde. Rodenstock hatte nie selbst Kameras gebaut. Die meisten Rodenstock-Kameras stammen von Welta, aber hie und da gibt es auch welche von diversen anderen Herstellern. Speziell im Fall Beier, aber nicht nur da, hat Rodenstock offenbar jungen Herstellern geholfen, indem er Objektive gegen Kameras getauscht hat. Nach WK I ist Kapital wohl auf beiden Seiten knapp gewesen, und Rodenstock hat sich sicher auch gefreut, Abnehmer für seine Lagerbestände aus Vorkriegszeit gefunden zu haben.
Den Hersteller meiner ersten Sammlerkamera kenne ich bis heute nicht, habe noch keine Spur gefunden.

Noch die damals mitgeschickten Bilder von meiner Edith:

Admin: Modell 68/2:








Grüße, Laufboden

P.S.: Weiter im nächsten Beitrag!

Datei-Anhänge
Kamera_eins_Bild1.jpeg Kamera_eins_Bild1.jpeg (9x)

Mime-Type: image/jpeg, 160 kB

Kamera_eins_Bild2.jpeg Kamera_eins_Bild2.jpeg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 169 kB

Kamera_eins_Bild3.jpeg Kamera_eins_Bild3.jpeg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 190 kB

Kamera_eins_Bild4.jpeg Kamera_eins_Bild4.jpeg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 148 kB

28.10.17 01:53
Laufboden 

BZF-Master

28.10.17 01:53
Laufboden 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo Sammelott,

eine vergleichbare Gravur hatte meine Edith nicht.
Aber, wie gesagt, ich habe eine Rodenstock-Kamera, also mit aufgenieteter Rodenstock-Plakette, die offenbar von Beier (ggf. Erkos) ist. Und irgendwo habe ich auch gelesen, Beier hätte in den ersten Jahren auch Kameras für Rodenstock gebaut.

Hm, Du sagst, da stünde PU.
Dazu fiele mir nichts ein.
Aber ich habe spontan RJ gelesen und mich gefragt, was das heißen könnte.
Ich kann mich stark täuschen, denn im Original dürfte das besser erkennbar sein.
Vielleicht war da auch ein Gedanke von mir schon da, der mich das so lesen ließ.
PU würde mir nichts sagen, aber z.B. Händler haben sich gern 'verewigen' lassen.

Das Signum auf Deiner Kamera war mir unbekannt - aber RJ, wenn's das sein sollte, könnte kaum etwas anderes heißen als Josef Rodenstock.
Die Umrahmung(?) bzw. der Umriß des Signums wirkt auf mich wie eine stilisierte Linse. Sieht zwar eher nicht nach Buchstabe aus, aber U(könnte ich nicht deuten) bzw. O (vielleicht für Optisches Institut G. Rodenstock?) wäre allerdings nicht auszuschließen.
Interessant wäre, ob sich dieses Signum in der vermuteten Bedeutung belegen läßt.

Auf jeden Fall hast Du wirklich ein interessantes und sehr seltenes Stück!

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 28.10.17 02:33

28.10.17 10:45
Rainer 

Administrator

28.10.17 10:45
Rainer 

Administrator

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo zusammen,

ich komme auf folgende mögliche Buchstaben:

PU, PJ, RU, RJ ?

Die Ähnlichkeit ist schon bemerkenswert.



Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Aus Negativ wurde Positiv. Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Fotoapparate sind Zeitmaschinen, sie können die Vergangenheit erhalten.
Ein Leben ohne Facebook ist möglich, aber (und) sinnvoll.

Zuletzt bearbeitet am 28.10.17 10:46

28.10.17 11:03
Sammelott 

BZF-Master

28.10.17 11:03
Sammelott 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo Laufboden und alle Interessierte,
zunächst ganz herzlichen Dank für Deine ausführlichen Angaben zur Ähnlichkeit!
Ich hab mir das "PU" nochmal mit Lupe betrachtet und bin so schlau wie vorher.
Mit etwas Fantasie könnte es durchaus auch ein "RJ" sein und zwar,wenn der herunterlaufende Bogen des "R" gleichsam mit dem "J"
verschnörkelt wäre. Zumal das "U" auf der linken Seite nicht diesselbe Höhe wie rechts hat.
Die Ähnlichkeit mit Deiner "Edith" ist auffallend. Die Kamera bekam ich aus Wien für nen Appel und Ei !
Ich kann mir bei ihrem fast neuwertigem Zustand nicht vorstellen daß sie oft benutzt wurde , wenn überhaupt.
Vielleicht würde sich ja nach Zerlegen noch ein versteckter Hinweis finden lassen aber das werde ich ihr nicht antun!
Es funktioniert alles bestens und ich lasse ihr das Geheimnis

geheimnisvolle Grüße-OTTI

Zuletzt bearbeitet am 28.10.17 11:05

28.10.17 13:16
Laufboden 

BZF-Master

28.10.17 13:16
Laufboden 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Sammelott:
Ich hab mir das "PU" nochmal mit Lupe betrachtet und bin so schlau wie vorher.
Mit etwas Fantasie könnte es durchaus auch ein "RJ" sein und zwar,wenn der herunterlaufende Bogen des "R" gleichsam mit dem "J"
verschnörkelt wäre. Zumal das "U" auf der linken Seite nicht diesselbe Höhe wie rechts hat.
... Vielleicht würde sich ja nach Zerlegen noch ein versteckter Hinweis finden lassen aber das werde ich ihr nicht antun!
Über frühe Signaturen ist allgemein wenig bekannt. Hersteller waren bis weit in die 1930er-Jahre überwiegend technisch orientiert und haben auf "Überflüssiges" wenig bis überhaupt keinen Wert gelegt. Die Produkte sollten für sich selbst sprechen.
Es erschien früher übergenug, wenn irgendwo auf dem Gerät die Herkunft prinzipiell erkennbar war. Wo und wie auf dem Gerät - Gehäuse, Objektiv, innen, außen, oben, unten, teilweise genial versteckt - verschwindend als Lederprägung, auf der Rückseite des festverbundenen Objektivs, Stempel, Gravur, auf Plaketten, die bald abfielen oder heute nur noch weiß bis vergilbt sind - alles schier schon zuviel.
Manche Hersteller verwendeten, sobald sie etabliert waren, i.w. selbstgemachte Markenzeichen. Die jedoch konnten in der Anfangszeit variieren.
Das Zeiß-Logo weckte ein erstes Erkennen, daß ein grafisches Signet sinnvoll sein könne - und viele hängten sich mit mehr oder weniger gelungenen Nachahmungen an. Das Signet hier könnte ein Versuch in diese Richtung sein.

Trotzdem gab es viele Details zu sehen, die wie zusammengehörige Details eines Corporate Designs aussehen (aber oftmals eher durch die zufällige Gestaltung der meist lokalen Zulieferer bedingt sind).
Beier etwa verwendete zumindest anfangs keinerlei Produktkennzeichen und verschwendete allem Anschein nach keinerlei Mühe auf Wiedererkennbarkeit seiner Produkte. Zerlegen bringt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine weitere Information.

Bei Rodenstock ist die Lage wenig besser:
  • Rodenstock entwickelte zwar ein Markenbewußtsein, aber gegenüber heute in marginalstem Maß
  • Wenn Objektive den Namenszug "Rodenstock" tragen, dann anfangs nur, wenn sie als Bauteil für andere geliefert wurden
  • Heute starkes Marketing, fixiert auf das aktuelle Angebot im Bereich Brillen
  • Marketingorientiert heftige Glättung der Geschichte - das Heute steht stark im Vordergrund
  • Fast alle, die über R.-Produkte schreiben, schreiben von dieser offiziellen Geschichtsschreibung ab

Selbst über die Plakette, die Rodenstock für Kameras verwendete (rechte Kam., Laufboden, ->Lupe nutzen!), habe ich nichts im Web gefunden:

Admin: links 68/3 rechts 68/4:


(Vergleich Beier Edith mit einer Rodenstock-signierten gleichen Ursprungs)
Sammelott:
Die Ähnlichkeit mit Deiner "Edith" ist auffallend. Die Kamera bekam ich aus Wien für nen Appel und Ei !
..
Vielleicht würde sich ja nach Zerlegen noch ein versteckter Hinweis finden lassen aber das werde ich ihr nicht antun!
Es funktioniert alles bestens und ich lasse ihr das Geheimnis
Auch meine Edith ist wie neu - abgesehen davon, daß der originale Lichtschacht fehlt.
Es gibt zwar immer den einen oder anderen Unterschied selbst bei Kameras aus dem gleichen Stall, die Produktkonstanz war damals nicht so hoch, wie sie heute übrigens auch nicht ist - als ich seinerzeit bei meiner Geschirrspülmaschine ein leichtes, anfangs nicht zu sehendes Leck lokalisiert hatte - es fehlte von Anfang an eine von 3 wesentlichen Schrauben, wodurch unter dem Einbaugerät langsam eine Pfütze entstand nach dem Prinzip steter Tropfen durchrostet das Lüfterrad - fuhr ich zu Siemens für ein Ersatzteil. Als der Leiter des Reparaturcenters die Lage geortet hatte, entspannte sich schlagartig sein gesamter Körper und er sagte: "Das Teil geht nie kaputt, ein Ersatzteil gibt es deshalb nicht. Ein passendes können wir nicht besorgen. Wir haben im letzten Jahr sieben unterschiedliche Laugenpumpen verwendet. Aber Ihre Garantie ist vor zwei Wochen abgelaufen". Und die Freude über diese Auskunft stand ihm im Gesicht geschrieben. Na gut, ich hätte vor Gericht gehen können und gute Chancen gehabt("verdeckter Mangel"). Als das Gerät sechs Jahre später einen größeren Schaden hatte, stellte sich heraus, daß die anschließend selbstgebastelte Edelstahl-Ersatzschraube ohnehin nur noch aus Rost bestand. Der verrostete Lüfter darunter hatte aber nicht weiter gelitten. Na gut, das war mein letztes Siemens-Gerät (die weiße Ware von Bosch ist übrigens baugleich).
Das Nachfolgeprodukt von einem Hersteller von Qualitätsprodukten funktioniert jetzt bereits doppelt so lang.

Das sehr spezifische Standartenblech ist aber schon allein ein sehr starkes Indiz dafür, daß beide Kameras aus demselben Haus und von Beier stammen. Beier hat einmal eine Serie Kameras an Rodenstock geliefert, Erkos vermutlich nie.

Grüße, Laufboden

Datei-Anhänge
1062230_VergleichMitBeier.jpg 1062230_VergleichMitBeier.jpg (8x)

Mime-Type: image/jpeg, 421 kB

28.10.17 15:06
Sammelott 

BZF-Master

28.10.17 15:06
Sammelott 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo zusammen,
taucht noch die Frage auf wieso , vorrausgesetzt die Gravur wäre "RJ", Rodenstock eine Kamera signieren sollte obwohl sie nie welche bauten?
mit ungeklärten Grüßen-OTTI

28.10.17 19:44
Laufboden 

BZF-Master

28.10.17 19:44
Laufboden 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Hallo Sammelott,

Sammelott:
Hallo zusammen,
taucht noch die Frage auf wieso , vorrausgesetzt die Gravur wäre "RJ", Rodenstock eine Kamera signieren sollte obwohl sie nie welche bauten?
mit ungeklärten Grüßen-OTTI
Da gibt's mehrere Antworten.
  • Die entscheidende Antwort ist: das ist nachweislich geschehen. Siehe z.B. mein Bild mit zwei Kameras. Die rechte davon ziert das Schild mit dem Firmenlogo "Rodenstock"(vergrößern, Laufboden anschauen). Solche Kameras waren und sind begehrt. Rodenstock war nicht irgendein Hersteller.
    Für Nonames wie damals Beier war der Vertrieb durch Rodenstock übrigens so etwas wie eine Erhebung in den Kamerafabrikanten-Adelsstand.
    Genauso wie später z.B. von Sinar bei Rodenstock oder Schneider-Kreuznach eingekaufte und umetikettierte Objektive. Da heißt es in der Bucht "Sinar-geprüft", und der Preis geht deutlich hoch.
    Rodenstock-Klimsch Apo-Ronare z.B. sind von Klimsch gekaufte und von Rodenstock deren Maschinen angepaßte Apo-Ronare - etwas andere Gewinde - was heute in der Bucht immer noch deutlich mehr bringt als gleichwertige ohne Klimsch.
    Auch Durst hat nie Objektive produziert, aber überall (u.a. angeblich oder wirklich bei Rodenstock, Schneider-Kreuznach, Nikon) eingekauft und unter eigenem Namen vertrieben.
  • Ganz einfach - das gibt's heute immer noch, und noch viel häufiger.
    So häufig, daß es einen Namen hat - OEM ("Original Equipment Manufacturer").
    Das ist der, der das Teil unter seinem Namen verkauft und die Garantie gibt - gern z.B. eine 5-Jahres-Garantie, wenn er einen Tag später in Konkurs geht.
    Da kann man sich als "Endverbraucher" beim Webben schon mal die Finger an der Tastatur wundsuchen, wenn eine zugekaufte Komponente des PCs "endverbraucht" während der Garantiezeit ist, also defekt, oder noch später, wenn man z.B. einen Firmwareupdate braucht. Da steht dann im Kaufbeleg z.B. "NN"(bitte durch irgendeinen Namen eines großen Herstellers ersetzen) die Hardwareinfo des PC sagt "NN" (wobei dieser Name völlig willkürlich gewählt ist, alle Hersteller und Zulieferer machen das so), aber NN sagt "nicht von uns - OEM" und das heißt "Das, was der deutsche Vertreiber auf die Schachtel geschrieben hat, ist irrelevant. Such mal schön. Irgendjemand in Asien wird das Teil bei irgendeinem von uns lizenzierten Hersteller*) eingekauft und, meist irgendwie modifiziert, unter seinem Namen vertrieben haben. Wir, NN, wissen von gar nichts, sind völlig unbeteiligt, ahnungslos und unbeteiligt. Vielleicht gibt's sogar eine Website in irgendeiner europäischen Sprache, die vielleicht sogar einen Download anbietet".
    (Der "Vertrieb" heißt bekanntlich so, weil es seine Aufgabe ist, lästige Kunden zu vertreiben).
  • Tatsächlich hat Rodenstock so lange Kameras meist von Welta gekauft und im eigenen Namen vertrieben, bis Kamerahersteller (also Objektiv-Großkunden!) drohten, Objektive nur noch von der Konkurrenz zu kaufen
  • Gründe für Rodenstock waren: (verbesserte) Markteinführung eigener Objektive; Förderung von jungen/neuen Kamerabauern (neue Objektivkäufer!); Absatz von Lagerware. Damals konnten Hersteller zwar nur mäßig zahlen, hatten jedoch eine feste Belegschaft aus erfahrenen Mitarbeitern, und legten Wert darauf, sie zu halten. Es gab keine Just-in-time-Fertigung mit hire und fire sowie Kurzarbeit. Reaktionen aus Marktänderung waren weit, weit langsamer. In Zeiten geringen Absatzes füllten sich die Lager, bei hoher Nachfrage halfen die Lager, solange sie nicht leer waren. Kurz: damals gab es noch klassische Marktwirtschaft - weil die Unternehmer das unternehmerische Risiko weitgehend selbst trugen und das der Mitarbeiter abfederten, verdienten sie besser als Angestellte und Arbeiter. Heute ist es umgekehrt - das höchste unternehmerische Risiko tragen die Leiharbeiter und als Ersatz verdienen sie sogar deutlich weniger als die Stammbelegschaft. Im Grunde genommen ist das eine selbst von den Gewerkschaften mitgetragene Pervertierung der Marktwirtschaft. Eigentlich müßten sie als Ausgleich für das Tragen unternehmerischen Risikos mindestens 20% mehr verdienen als die Stammbelegschaft.


Grüße, Laufboden

*) oder von diesem Lizenznehmer Unterlizenzierten. Den Fall hatte ich. Z.B.: Teil "für Windows XP". Nach x-beliebigem Sicherheitsupdate tat nichts mehr. Bekannte deutsche Marke. Anbieter bekannte, kein Recht an und keinen Zugriff auf die Software zu haben. Wußte von nichts, kannte nichts, auch nicht den Hersteller. Bitte selbst suchen. Als zuständig für Updates in der Kette asiatischer Lizenz- bis Unterunterlizenznehmer - iterierte Suche nach Produkt- und Unterproduktnummer - entpuppte sich eine, die keine Updates anbot. Updates anderer funktionierten nicht. MS: "kein für XP lizenziertes Produkt", Anbieter: "Garantiezeit vorbei", "Kosten der MS-Lizenzierung irreal hoch". Fazit: MS wirbt massiv für Linux.

Zuletzt bearbeitet am 29.10.17 11:52

17.11.17 13:24
Freier-Sascha 

BZF-Premium-Nutzer

17.11.17 13:24
Freier-Sascha 

BZF-Premium-Nutzer

iIa + iIa. Re: "unbekannte" Laufbodenkamera: Beier u. Erko

Hallo,
ich habe eine Beier Laufbodenkamera, die ich als eine einfache Variante der Edith identifiziert habe (einfach Schlitten-Scharfeinstellung, Seitenverstellung mittels manuellem Verschiebens der Standarte). Daten: 9x12, Spezial Aplanat 8 / 135mm, Vario.

Wie bei allen Bildern die ich von früheren Beier-Plattenkameras gesehen habe, hat auch Meine, zwei vermutlich Firmenspezifische Erkennungsmerkmale:

1.) In typischer Weise sehr stark S-förmig geformte, zierliche Spreizen und
2.) Spreizenfedern, die im 90 Grad Winkel nach oben zeigen.

Admin: 68/5: Beier ?






Ausserdem habe ich eine Erko Plattenkamera mit einem Erkos Objektiv. Erkos ist die Nachfolgefirma von Erko (Radewensky & Koszuszek) und baute keine Kameras mehr, sondern nur noch Objektive. Wenn ich davon ausgehe dass das Erkos Objektiv original zu der Kamera gehört (am Konterring sind keine *(A)*ische Spuren eines Objektiv- / Verschlusswechsels sichtbar), dann hatte Erkos 1924 wohl noch Restbestände an Erko Kameras, und das neue Fotar eingebaut.

Daten zur Kamera: 9x12, Erkos Anastigmat "Fotar" 4,5 / 13,5cm Nr. 102600, Ibsor.

Auch zu den Erko Kameras habe ich ein typisches Bestimmungsmerkmal gefunden: Die "Handhaben" sind mit 24mm Höhe, die grössten aller "Handhaben" ähnlicher Bauform anderer Hersteller.

Admin: 68/6: Erko ?




Gruss
Freier-Sascha

Admin: Beier und Erko - Kameras ins Online-Museumsverzeichnis aufgenommen.

Datei-Anhänge
Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 1.jpg Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 1.jpg (12x)

Mime-Type: image/jpeg, 142 kB

Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 2.jpg Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 2.jpg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 146 kB

Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 3.jpg Edith 9x12 Spezial Aplanat 8 135mm Vario 3.jpg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 94 kB

Erko  9x12 Erkos Fotar 4,5 13,5cm Ibsor 1.jpg Erko 9x12 Erkos Fotar 4,5 13,5cm Ibsor 1.jpg (11x)

Mime-Type: image/jpeg, 139 kB

Erko 9x12 Erkos Fotar 4,5 13,5cm Ibsor 2.jpg Erko 9x12 Erkos Fotar 4,5 13,5cm Ibsor 2.jpg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 135 kB

17.11.17 19:04
Laufboden 

BZF-Master

17.11.17 19:04
Laufboden 

BZF-Master

Re: unbekannte Laufbodenkamera

Freier-Sascha:
Hallo,
ich habe eine Beier Laufbodenkamera, die ich als eine einfache Variante der Edith identifiziert habe (einfach Schlitten-Scharfeinstellung, Seitenverstellung mittels manuellem Verschiebens der Standarte). Daten: 9x12, Spezial Aplanat 8 / 135mm, Vario.
Zweifellos eine aus Freital, und wohl auch eine Edith!
Genaueres zu Beier-Kameras kann man beim Spezialisten, dem Eigner der folgenden Seite erfragen:
http://www.beier-kamera.de/html/rollfilmkameras_6_x_9.html
Es könnte sein, daß der ein anderes Beier-Modell erkennt. Denn einen kleinen Unterschied zu meiner Edith sehe ich: die und auch meine baugleiche Rodenstock haben am Laufboden in der Mitte vorn ein Querblech als Anschlag für den Schlitten.

Freier-Sascha:
Wie bei allen Bildern die ich von früheren Beier-Plattenkameras gesehen habe, hat auch Meine, zwei vermutlich Firmenspezifische Erkennungsmerkmale:
1.) In typischer Weise sehr stark S-förmig geformte, zierliche Spreizen und
2.) Spreizenfedern, die im 90 Grad Winkel nach oben zeigen.
Gut beobachtet.
Habe meine Edith noch einmal hervorgeholt - ja, das ist bei meiner genauso (und beide Details sind bei all meinen anderen Kameras anders). War meine zweite Sammelkamera ...

Was mich stark interessiert wäre ein Bild der Kamera von hinten, also der geschlossene Lichtschacht. Möglicherweise habe ich sogar einen passenden für die Edith - die hatte einen nur fast passenden. Gilt auch für die Erko!
Kamera-Hinterteile werden selten in Büchern etc. abgebildet, dabei sind Ansichten von hinten ja oft auch interessant ...

Freier-Sascha:
Ausserdem habe ich eine Erko Plattenkamera mit einem Erkos Objektiv. Erkos ist die Nachfolgefirma von Erko (Radewensky & Koszuszek) und baute keine Kameras mehr, sondern nur noch Objektive. Wenn ich davon ausgehe dass das Erkos Objektiv original zu der Kamera gehört (am Konterring sind keine *(A)*ische Spuren eines Objektiv- / Verschlusswechsels sichtbar), dann hatte Erkos 1924 wohl noch Restbestände an Erko Kameras, und das neue Fotar eingebaut.

Daten zur Kamera: 9x12, Erkos Anastigmat "Fotar" 4,5 / 13,5cm Nr. 102600, Ibsor.

Auch zu den Erko Kameras habe ich ein typisches Bestimmungsmerkmal gefunden: Die "Handhaben" sind mit 24mm Höhe, die grössten aller "Handhaben" ähnlicher Bauform anderer Hersteller.
Sieht so aus, als wüßten Sie mehr über Erko - jedenfalls aber mehr als ich bisher wußte.
Über Erko / Erkos ist sehr wenig bekannt. Neues dazu würde den Beier-Spezialisten übrigens sehr interessieren.

Habe übrigens auch eine Erko, mit doppeltem Auszug und Erkos 1:4.5/135 Doppel-Anastigmat Selar. Sah beim Kauf ziemlich trüb aus, habe sie ein Stück weit hergerichtet (heute könnte ich's etwas besser), aber Brillantsucher und Trageriemen fehlen, und der Lichtschacht ist auch nicht unbedingt original.
Dank Ihres Hinweises bezüglich der Griffhöhe (und im Bild der Griffgestaltung) bin ich mir jetzt sicher, vorher hatte ich noch etwas Zweifel.

Im übrigen ist auch die Standartenform (Höhenverstellung) ein starkes Indiz für eine Erko.

Admin: 68/7:






Grüße, Laufboden

Datei-Anhänge
1064657_Erko.jpg 1064657_Erko.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 388 kB

1064659_Erko.jpg 1064659_Erko.jpg (7x)

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1064661_Erko.jpg 1064661_Erko.jpg (6x)

Mime-Type: image/jpeg, 321 kB

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