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Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras
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27.11.17 19:52
Rainer 

Administrator

27.11.17 19:52
Rainer 

Administrator

Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo zusammen,

unabhängig von den Beschaffungsproblemen von echten Ersatzscheiben (u.u. feingeschliffene Mattierung selbst erzeugen) scheint es auch ein Missverständnis im Zusammenhang mit der Randform einer Laufbodenplattenkameramattscheibe zu geben.

Ich habe Ersatzlösungen gesehen, wo das Teil eine Rechteckform hatte, also nicht - wie oft üblich - an zwei Ecken einen 45 Grad-Abschnitt, durch den ausgleichsluft ziehen kann.

Es wird manchmal nicht beachtet, dass die "Luftecken" sinnvoll sein können: Öffnet man eine Laufbodenkamera, in dem man den Frontdeckel herausklappt und zügig die Frontstandarte herauszieht. Dabei kann leicht ein Hauch eines Vakuums entstehen weil der sich öffnende Balgenraum Luft nachzieht.

Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".

Hier das Prinzip:



Im ungünstigen Fall könnte sich beim schnellen Ziehen der Balgen nach innen stülpen.


Grüße von Haus zu Haus
Rainer (Forumbetreiber)

Aus Negativ wurde Positiv. Pixel sind nicht alles, aber ohne Pixel ist alles nichts.
Fotoapparate sind Zeitmaschinen, sie können die Vergangenheit erhalten.
Ein Leben ohne Facebook ist möglich, aber (und) sinnvoll.

Zuletzt bearbeitet am 27.11.17 20:04

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mattscheiben.jpg mattscheiben.jpg (7x)

Mime-Type: image/jpeg, 22 kB


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07.12.17 16:07
Laufboden 

BZF-Master

07.12.17 16:07
Laufboden 

BZF-Master

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo miteinander,

Rainer:
.. unabhängig von den Beschaffungsproblemen von echten Ersatzscheiben (u.u. feingeschliffene Mattierung selbst erzeugen) scheint es auch ein Missverständnis im Zusammenhang mit der Randform einer Laufbodenplattenkameramattscheibe zu geben.

Ich habe Ersatzlösungen gesehen, wo das Teil eine Rechteckform hatte, also nicht - wie oft üblich - an zwei Ecken einen 45 Grad-Abschnitt, durch den ausgleichsluft ziehen kann.
Es wird manchmal nicht beachtet, dass die "Luftecken" sinnvoll sein können: Öffnet man eine Laufbodenkamera, in dem man den Frontdeckel herausklappt und zügig die Frontstandarte herauszieht. Dabei kann leicht ein Hauch eines Vakuums entstehen weil der sich öffnende Balgenraum Luft nachzieht.

Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".
..
Im ungünstigen Fall könnte sich beim schnellen Ziehen der Balgen nach innen stülpen.
So ist es - im Prinzip. In der Praxis ist das wohl ein Problem, das weit eher Profifotografen betroffen hat.

Je nach Kameramodell gibt es ab Hersteller 0-4 solcher Eckabschrägungen unterschiedlicher Größe.
Keine z.B. dann, wenn der Hersteller Druckausgleich durch andere Öffnungen bewußt vorgesehen hat oder den ohnehin vorhandenen für ausreichend gehalten hat.

Bei manchen Modellen sind Abschrägungen der Mattscheibe sogar erforderlich, da unabgeschrägte nicht montierbar sind, die nötigen Schlitze sind nicht bis in die Ecken ausgearbeitet.

Ersatzmattscheiben fehlen sehr oft die Abschrägungen. Das ist leicht erklärlich. Oft passen Fotoplatten in der Größe. Manche Hersteller geben den Tip, man könne im Fall des Bruchs trotzdem sofort provisorisch weiterfotografieren, wenn man die Mattscheibe durch eine Fotoplatte ersetze. Die passt mehr oder weniger gut bzw. gar nicht, je nach Kamera. Je nach Glasplattenbeschichtung ist sie nicht oder provisorisch verwendbar. Gut passend ist sie eher für teuere und professionellere Kameras. Die hatten zudem üblicherweise leicht austauschbare Mattscheiben. Bei anderen oder älteren Plattenkameras war das z.T. weit aufwendiger. Oft wurde deshalb das Rückteil komplett gegen das eines z.B. von Rada getauscht, öfter wurden auch mehr oder weniger gute Plexiglasscheiben verwendet - nach Jahrzehnten oft stark vergilbt. Eine meiner besseren Kameras hatte eine vom Glaser zugeschnittene, an sich schöne, an den Rändern geschliffene opak beschichtete Milchglasscheibe - als Mattscheibe allerdings äußerst zweifelhaft (dunkel, unscharfes Bild). Es gibt heute transparente Kunststoffe, die weniger empfindlich gegen Vergilbung sind, sich wie Holz bearbeiten und sich so gut wie Glasplatten schleifen lassen (wobei der Vorschliff für 400er Korn zugunsten des Endschliffs mit 600er entfällt). Vorteil: kaum bruchempfindlich, je nach Kamera leichter montierbar, da geringfügig biegbar, leichter; Nachteil: weniger kratzfest und wenn man das Rückteil dreißig Jahre lang bei jedem Wetter in die Sonne legt, dürfte es mittelmäßig vergilbt sein.

Abschneiden von Ecken ist ein größeres Bruchrisiko als Schleifen von Mattscheiben.
Zuschneiden ohne Bruch ist für derart dünne Glasplatten schwierig. Es gibt Glasschneider für "Dünnglas" - das ist i.d.R. mindestens 3mm dick, während Mattscheiben 1-2mm dick sind (1.5mm paßt meist).

Schon länger gibt es kaum noch originale Mattscheiben, zumindest waren sie sehr teuer, heute sind sie erheblich teurer als die meisten Sammlerkameras.
Für alle, die nicht Profifotografen waren, war es weit leichter bzw. zweckmäßiger, da kostengünstiger, rechteckige Mattscheiben zu beschaffen.

Tatsächlich sieht man immer wieder Kameraangebote, bei denen Mattscheiben mit Abschrägungen als fehlerhaft angegeben werden .

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 07.12.17 16:22

10.12.17 18:14
Laufboden 

BZF-Master

10.12.17 18:14
Laufboden 

BZF-Master

Re: Besonderheiten beim Ersatz der Mattscheibe bei Laufbodenkameras

Hallo miteinander,

Rainer:
Deshalb gibt es bei manchen dieser Kameras eben diese "Luftlöcher".
Hier das Prinzip:

die Lösung, wie die Be- und Entlüftung erfolgt, ist wie so viele Parameter ein Herstellerspezifikum (allerdings ein schlechtes):
2xCertotrop aus verschiedenen Jahrgängen:

Sind es zwei Schlitze und an einer Schmalseite, so sind üblicherweise unten, da oben eher Himmel ist und das Bild auf der Mattscheibe ja verkehrtherum erscheint.
Aber selbst bei ein- und demselben Kameramodell, hier Certotrop, kann's z.B. mal anders herum sein:


Sind es zwei Schlitze und an einer Längsseite, so sollte sie bei Breitformat am Himmel stehen -
wenn's mal nicht stimmt, wie hier bei der Bergheil, kann's ein Vorbesitzer umgedreht haben:

(v.l.: Ihagee, Bergheil, Heag II/2, Goerz)

Daß die Öffnungen von ihrem Querschnittsanteil her selbst beim selben Modell im Lauf der Zeit sehr unterschiedlich ausfallen, deutet auf einen größeren Ermessensspielraum hin.

Im Grunde ist es bei diesen Kameras im Gegensatz z.B. zu einer Sinar aber recht unwichtig, wo die Schlitze sind und wie groß - es spielt beim Einstellen wenig Rolle, so genau erkennt man die Details in den Ecken sowieso nicht (genauer: man sieht sie kaum).
Und da Glasplattenfotografen, zumindest wenn es sich um Amateure handelt, nicht gerade dafür bekannt sind, zehn Bilder pro Sekunde zu machen, werden sie die Kamera auch nicht gerade als Blasebalg verwenden ..

Grüße, Laufboden

Zuletzt bearbeitet am 10.12.17 18:25

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IMG_7373_CertotropMatt.jpg IMG_7373_CertotropMatt.jpg

Mime-Type: image/jpeg, 149 kB

1067372_Luftschlitze.jpg 1067372_Luftschlitze.jpg

Mime-Type: image/jpeg, 204 kB

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